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| Willkommen bei der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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BIO 2009
1.Die wirtschaftliche Bedeutung der Biotechnologie
Biotechnologische Methoden werden in unterschiedlichsten Industrien angewendet: z.B. im Pharmamarkt, Diagnostika, in der Produktion von Chemikalien, in der Pflanzenzüchtung – ob mit oder ohne Gentechnik-, in der Lebensmittelherstellung, Textil- und Reinigungsbranche. Die Technologie an sich stellt also keine einheitliche Branche dar, sondern liefert vielmehr Methoden zur Herstellung innovativer Produkte, die aus den unterschiedlichsten Branchen stammen.
Der Einsatz der Biotechnologie im Pharmabereich lässt sich gut charakterisieren: Im Jahr 2008 betrug der weltweite Pharmaumsatz rund 770 Milliarden Dollar. Experten erwarten weiterhin überdurchschnittliche Zuwachsraten bei den Arzneimitteln mit gentechnisch gewonnenen Arzneistoffen. In den USA befinden sich gegenwärtig mehr als 600 biotechnologische Arzneimittel in der Entwicklung, davon sind knapp 40 Prozent gegen vielfältige Formen von Krebs gerichtet. Bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) lag seit 2000 der Anteil der gentechnisch hergestellten Arzneimittel an den zentralisiert zugelassenen Medikamenten im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent. Im Mai 2009 waren in Deutschland 134 gentechnisch hergestellte Arzneimittel mit 99 verschiedenen Wirkstoffen zugelassen, davon 19 aus deutscher Produktion. Im Jahr 2008 wurden mit solchen Arzneimitteln rund 4,4 Milliarden Euro (mit Krankenhausumsatz) umgesetzt. Das entspricht 16 Prozent des deutschen Arzneimittelmarktes. Im Jahr 2008 betrug das Volumen des deutschen Marktes für biotechnologiebasierte Diagnostika- und Life Science Research-Reagenzien fast 1 Milliarde Euro. Das entspricht einem Drittel (35 Prozent) des gesamten deutschen Diagnostika- und Life Science Research-Reagenzienmarktes von mehr als 2,8 Milliarden Euro. Der Gesamtmarkt, Geräte und Reagenzien, betrug ca. 3,5 Milliarden Euro.
In der Landwirtschaft spielt die Biotechnologie und die Gentechnik v.a. bei der Pflanzenzüchtung sowie der Tierernährung und -gesundheit (v.a. Impfstoffe) eine große Rolle. Die weltweite Anbaufläche von gentechnisch veränderten Pflanzen lag 2008 bei 125 Millionen Hektar, das sind ca. 8 % der weltweiten Ackerfläche.
Eine große Rolle bei der Entwicklung neuer biotechnologischer Produkte und Verfahren spielen die Biotech-Unternehmen. Dies sind v.a. kleine bis mittelständische Unternehmen mit einem hohen Wissenschaftleranteil und mit Forschungsaufwendungen, die oft mehr als 50 % des Unternehmensaufwandes betragen. Die Mehrzahl der Biotech-Unternehmen hat sich im Prozess des Technologietransfers zwischen der Wissenschaft und den großen "Life Science"-Konzernen positioniert. Der kumulierte Umsatz der weltweit rund 4.400 Biotech-Unternehmen beläuft sich nach Angaben des Consulting-Unternehmens Ernst&Young auf rund 85 Milliarden US-$.
2. Allgemeines zu den BIO-Messen/-Kongressen Die BIO-Messen/-Kongresse finden jährlich statt. Als Veranstaltungsorte werden größere Städte der USA und Kanadas gewählt. Veranstalter ist die "Biotechnology Industry Organization" (BIO), ein US-amerikanischer Wirtschaftsverband mit Sitz in Washington, D. C. (www.bio.org). Mitglieder von BIO sind über 1.100 amerikanische Biotechnologieunternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Gründungszentren in der Biotechnologie sowie eine Reihe von ausländischen Unternehmen und Organisationen. Die Besucher- und Ausstellerzahlen der BIO-Messen/-Kongresse stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an, erstmals in diesem Jahr ist die Besucherzahl um 30 % gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Unter den Ausstelllern wurde dies als Folge der Finanzkrise sowie der Schweinegrippefälle in den USA gewertet.
Die Besucher der BIO-Messen sind ausschließlich Fachbesucher, im Wesentlichen Kooperationspartner im Kunden- und Zuliefererbereich sowie Dienstleister (z. B. für Produktzulassung, Patentanmeldung und Unternehmensfinanzierung).
Der Veranstalter BIO führte im Rahmen der BIO 2009 ein mehrtägiges Partnering ("Business-Forum") mit 14.040 "one-on-one"-Meetings von 1.800 Biotech- Unternehmen mit potenziellen Kooperationspartnern und Investoren durch. Daran nahmen viele deutsche Biotech-Unternehmen teil, die übereinstimmend der Nutzen dieses Partnering-Moduls der BIO betonten. Da die biotechnologische Industrie eine typische High-Tech-Industrie ist, sind die Veranstaltungen der BIO durch eine enge Verwobenheit zwischen einem Messeteil und einem Kongressteil gekennzeichnet. Im Kongressteil der BIO 2009 wurden in verschiedenen Sessions Vorträge mit wissenschaftlichem, wirtschaftlichem oder politikbezogenem Bezug gehalten. Die Vorträge wurden zu folgenden Schwerpunkthemen zusammengefasst:
Achieving Regulatory Approval Bioethics Biomarkers Business Development Clinical Research/Clinical Trials Devices and Predictive Diagnostics Drug Delivery Drug Discovery & Development Exciting Science 2009 Finance Food and Agriculture Global Biotechnology Issues Growing the Biotech Workforce Industrial and Environmental Legal Issues Manufacturing Policy Public Relations/Investor relations Technology Transfer/Licensing Translational Medicine Vaccine
Die einzelnen Sessions innerhalb dieser Themen hatten eindeutig einen Schwerpunkt im Pharmabereich. Andere Anwendungen der Biotechnologie, z.B. industrielle Anwendungen oder Pflanzenbiotechnologie wurden weniger thematisiert. Insgesamt waren verstärkt Redner und Paneldiskussionsteilnehmer aus den USA vertreten, so dass viele Sessions einen us-amerikanischen Fokus hatten.
Die Termine der nächsten BIO-Messen/-Kongresse sind:
03.-06. Mai 2010 in Chicago, USA 2010 in Chicago, USA 2011 in Washington D.C., USA
3. Der Messeteil der BIO 2009
3.1 Aussteller und Besucher
Auf der BIO 2009 waren über 1800 Aussteller aus rund 58 Ländern auf einer Ausstellungsfläche von 16.300 m³ vertreten. Alle Anwendungsgebiete der Biotechnologie waren vertreten, ein eindeutiger Schwerpunkt lag bei den pharmazeutischen Anwendungen sowie Plattformtechnologien und Dienstleistungen.
Die Aussteller waren in der Reihenfolge der Häufigkeit: - Forschungsintensive Biotech-Unternehmen (bei Sitz außerhalb der USA in der Regel auf Länder-/Regionen-Pavillons; insgesamt gab es 48 Länder-/Regionen-Pavillons von außerhalb der USA) - Regionale Entwicklungsgesellschaften - Equipment-Zulieferer für die biotechnische Industrie - Anwaltskanzleien und Consultants aus den verschiedensten Bereichen
Die Aussteller aus den USA und Kanada traten als Einzelaussteller oder auf Bundesstaatenebene auf. Die Aussteller aus Asien/Übersee präsentierten sich nahezu ausschließlich auf Staatenebene.
Rund 14.000 Fachbesucher aus 58 Ländern nahmen an der BIO 2009 teil. Bei der Besucheraufteilung nach den Herkunftsländern lag Deutschland nach USA und Kanada an dritter Stelle.
3.2 Deutsche Aussteller-Beteiligung
Im Rahmen des Auslandsmesseprogramms der Bundesrepublik Deutschland gab es bei der BIO 2009 das elfte Mal eine vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte deutsche Firmengemeinschaftsausstellung. Durchführungsgesellschaft war das dritte Mal die FAIRS – Messe Marketing Management GmbH aus Nürnberg. Die deutschen Aussteller auf der BIO 2009 zum größten Teil zufrieden mit der Standposition, wobei allerdings einige Randpositionen vergeben wurden, was bei einigen Ausstellern zu stark verminderten Besucherzahlen führte. Es ist auf der BIO 2010 anzustreben, dass diese Randlagen durch eine insgesamt günstige räumliche Lage des Deutschen Gemeinschaftsstandes in der Messehalle entfallen.
Die deutsche Präsenz auf der BIO 2009 betrug 109 Aussteller auf dem deutschen Gemeinschaftsstand sowie einige Einzelaussteller. Der Themenschwerpunkt der ausstellenden deutschen Biotechnologieunternehmen lag im medizinischen und diagnostischen Bereich sowie in Plattformtechnologien. Wie in den vergangenen Jahren zählte der deutsche Stand auf der Messe zu den größten neben Kanada, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Skandinavien.
74 % der deutschen Aussteller waren schon auf einer früheren BIO-Messe präsent und wollten im weltweit führenden Markt USA die Kontinuität und den Fortschritt ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten demonstrieren; 26 % der Aussteller nahmen das erste Mal an einer BIO-Messe teil. 84 % der deutschen Aussteller hatten den amerikanischen Markt schon vor der Beteiligung an der BIO 2009 bearbeitet. Die deutschen Aussteller waren zu 99 % durch ihre deutschen Stammhäuser vertreten, der Rest machte dazu keine Angaben. 60 % der deutschen Aussteller gaben die BIO 2009 als einzige bzw. wichtigste Messe, an der sie im laufenden Jahr teilnehmen, an. Für 35 % der Aussteller ist die BIO 2008 eine von mehreren Messen, auf der sie sich 2009 präsentieren. 66 % der deutschen Aussteller erklärten, dass sie ohne die amtliche Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland nicht an der BIO 2009 teilgenommen hätten. Betreut wurde der Info-Point neben dem vom VCI gestellten Informanten u. a. von Vertretern des Forschungszentrums Jülich (für das BMBF) sowie von Invest-in-Germany, der Außenhandelskammer und der Bundesagentur für Außenwirtschaft. Von politischer Seite wurde der deutsche Gemeinschaftsstand vom deutschen Generalkonsul in Atlanta sowie vom Wirtschaftsminister Nordrhein-Westfahlens besucht. Außerdem wurde der Commissioner for Economics von Georgia am deutschen Stand empfangen.
3.3 Sonstige deutsche Beteiligungen: „Germany trade and invest-Session“, "German Night"
Am 21. Mai fand nachmittags im Rahmen des Kongressprogramms die von Germany Trade&Invest organisierte Session „Breakthroughs in Regenerative Medicines in Germany“ statt. Da die Terminvergabe von der BIO vorgegeben wird, hatte diese zeitliche Randlage zur Folge, dass nur etwa 20 Teilnehmer bei dieser Session zu verzeichnen waren. Die Informationstiefe und Art der Darstellung sowie die kurze Diskussion wurde von den Teilnehmern gelobt.
Für den Abend des 19. Mai hatte der deutsche Generalkonsul in Atlanta, Dr. Lutz Görgens, zu einer "German Night Reception" in eine Bar im Zentrum von Atlanta eingeladen. Als recht attraktiv und für den Erfolg des Abends nützlich erwies sich die den ganzen Abend spielende Band sowie der inoffizielle Charakter der Bar.
3.4 Messeerfolg aus Sicht der deutschen Aussteller
Die Anzahl der Fachbesucher wurde von einem Drittel der deutschen Aussteller als "gut" beurteilt (siehe folgende Tabelle). Die Qualität der Fachbesucher wurde von 46 % der Aussteller mit „gut“ bewertet (siehe Diagramm 1). Die Fachbesucher des deutschen Gemeinschaftsstandes kamen aus allen Ländern der Welt, was dem Charakter der BIO als Welt-Leitmesse entspricht.
Die Qualität der Fachbesucher wurde von 46 % der deutschen Aussteller mit „gut“ bewertet (siehe Diagramm 2).
Die von den deutschen Ausstellern mit der Messebeteiligung verfolgten Ziele und ihre Erreichung zeigt die folgende Tabelle:
Die Erwartung eines guten Nachmessegeschäftes lag mit 45 % deutlich unter dem Vorjahresniveau (BIO 2008 63 % „gut“)
Die meisten deutschen Unternehmen waren mit ihrem Messeauftritt sehr zufrieden, allerdings ist für 61 % der Unternehmen noch offen, ob sie 2010 wieder an der BIO teilnehmen werden.
3. Schlussfolgerungen für die BIO 2010
Bereits bewilligt ist die Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) für die BIO 2010 vom 03.-06. Mai 2010 in Chicago im Rahmen des Auslandsmesseprogramms der Bundesrepublik Deutschland. Die Verhandlungen über die Position des deutschen Standes laufen derzeit noch. Aufgrund der Diskussionen mit den deutschen Ausstellern zum Ablauf der BIO 2009 können folgende Anregungen für die BIO 2010 gegeben werden:
• Das Standdesign wurde von vielen Ausstellern und Besuchern als überholt und zu geschlossen bewertet. Die klare Abgrenzung zum Durchgangsbereich wurde allerdings gelobt. Als bemerkenswert wurde von vielen Ausstellern und Besuchern der vom Stand von Nordrhein-Westfahlen aufgestellte Tischkicker gelobt. Die eigens dafür engagierten Hostessen im Dortmundtrikot, die am Hauptgang die Besucher darauf aufmerksam machten, sorgten für regen Andrang. Es sollte für die Gestaltung der BIO 2010 in Erwägung gezogen werden, dass solche gemeinsamen Maßnahmen den Besucherandrang auf dem Stand erhöhen können.
• Die "German Night-Reception" auf der BIO 2010 sollte wieder interessant gestaltet werden und eine Band einschließen. Hierfür sollten als messebegleitende Maßnahme ausreichende Mittel im Vorfeld der BIO 2010, z.B. über die deutsche Vertretung am Veranstaltungsort, bereitgestellt werden, auch wenn das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt hat, für 2010 keine Gelder für eine German Night zur Verfügung zu stellen.
Viele Aussteller beklagten das Fehlen einer Empfangsveranstaltung auf dem deutschen Stand. Es sollte für die Planungen der BIO 2010 in Erwägung gezogen werden, ob und wie ein solcher Empfang zum Messeerfolg beitragen kann.
• Das Bundeswirtschaftsministerium sollte auf der BIO 2010 auf Leitungsebene vertreten sein.
Bericht zur offiziellen deutschen Firmengemeinschaftsausstellung erstellt von der Auskunftsperson:
Dr. Tina Buchholz
Frankfurt am Main, im Juni 2009
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