|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Willkommen bei der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
BioTech BRIEF Nr. 01/200
Topthema Fakten zum Anbau transgener Pflanzen Für den Anbau von Bt-Mais mit gentechnisch erzeugter Insektenresistenz gibt es klare Rechtsgrundlagen: die EU-weite Anbaugenehmigung, die deutsche Sortenzulassung und die Regeln zur „Guten fachlichen Praxis“ (GfP). Trotzdem mehren sich, pünktlich zur diesjährigen Anbauplanung, Stimmen gegen die Bt-Maisaussaat in Deutschland. Hierbei werden längst überholte, aber auch neuere Studien angeführt, beispielsweise in einem Positionspapier des Bundesamts für Naturschutz (BfN) von Dezember 2008. Dieses Dokument bezieht sich auf Untersuchungen mit fragwürdiger Aussagekraft. Verweise finden sich bspw. auf eine Studie aus Österreich, in deren Rahmen Mäuse mit GV-Mais gefüttert wurden (s.u.). Auf solcher Grundlage Forderungen nach Anbauverboten in der Nähe von Naturschutzgebieten, nach erweiterten Abstandsregelungen und zusätzlichen naturschutzrechtlichen Prüfungen abzuleiten, ist inakzeptabel. Hierdurch würde die unternehmerische Freiheit von Landwirten unterminiert. Außerdem stehen Anbauverbote im Widerspruch zur EU-Genehmigung. Sofern es generelle Auflagen oder konkrete Einschränkungen für den Anbau einer GV-Pflanze in bestimmten Öko-Systemen gibt, werden diese in den Genehmigungsbescheiden genannt. In Deutschland wird derzeit nur eine Bt-Maislinie kultiviert. Ihr europäischer Genehmigungsbescheid enthält keine solchen Zusatzbestimmungen.
Mehr als 13 Millionen Landwirte in 25 Ländern haben sich 2008 für den Anbau gentechnisch veränderter Kulturen entschieden. Auch Landwirte in Deutschland wollen die modernen Biotechnologien weiterhin nutzen. Es gibt hinreichend Argumente, die die Sicherheit und den Innovationscharakter von GV-Pflanzen unterstreichen:
Deutliche Vorteile Beim Anbau von Bt-Mais und Bt-Baumwolle bleibt auch bei hohem Schädlingsdruck der Ertrag gesichert, und der Pflanzenschutz wird optimiert. Durch weniger Feldbefahrungen reduziert sich die Bodenverdichtung sowie der Verbrauch fossiler Brennstoffe (vgl. BioTech Brief 3/2008). Zudem sinkt bei Bt-Mais, vor allem bei hohem Schädlingsdruck, der Befall durch Schimmelpilze sehr deutlich und damit die Belastung durch Mykotoxine. Studien u.a. von Prof. Andreas Schier (FH Nürtingen) und Prof. Felicia Wu (Universität Pittsburgh) zeigen dies.
www.maiskomitee.de/fb_service/05_02_30.htm
Kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit Eine österreichische Fütterungsstudie zu Langzeiteffekten auf die Reproduktion von Mäusen führte 2008 zu Spekulationen über die Sicherheit von Bt-Mais. Experten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wie auch der die Studie leitende Tiermediziner Prof. Jürgen Zentek (Veterinärmedizinische Universität Wien) haben die diskutierten Untersuchungsergebnisse relativiert. Letzterer wandte sich gegen die politische Instrumentalisierung seiner Forschung und betonte, die Ergebnisse seien „keinesfalls auf den Menschen übertragbar“. Es sei lediglich gezeigt worden, dass die durchgeführten Mehrgenerationenversuche möglicherweise geeignet seien, Futtereinflüsse bei Mäusen zu prüfen. Die EFSA-Experten stellten Rechen- und Zuordnungsfehler bei der Datenauswertung fest. Zudem enthielten die verwendeten Futtermischungen zum Teil unterschiedliche Inhaltsstoffe. Dies habe, laut EFSA, die beobachteten Fruchtbarkeitsveränderungen verursachen können, ohne dass ein Zusammenhang mit der gentechnischen Veränderung des Maises bestand.
www.efsa.europa.eu/EFSA/Event_Meeting/gmo_minutes_46th_plenmeet_en,0.pdf?ssbinary=true www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/
Keine Gefahr für Schmetterlinge In Studien des Julius-Kühn-Instituts (JKI) in Darmstadt, der RWTH Aachen und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising wurde festgestellt, dass von Bt-Maispollen keine Gefahren für Schmetterlinge ausgeht. Auch auf die empfindlichen Schlupfwespen der Gattung Trichogramma, die bei der amtlichen Prüfung von Pflanzenschutzmitteln als Indikator-Organismen genutzt werden, konnte das JKI-Institut für biologischen Pflanzenschutz keine Effekte nachweisen.
www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/skript157.pdf
Sicher für die Umwelt Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat bestätigt: „Es gibt keine Hinweise, dass von den bisher zugelassenen GV-Pflanzen ein höheres Risiko ausgeht als von konventionellen Sorten.“ Forscher des BMBF-Projektes „Freisetzungsbegleitende Sicherheitsforschung transgener Maissorten mit neuen Bt-Genen“ konnten in diesem Sinne keinerlei Reduktion der Artenvielfalt oder der absoluten Anzahl von Nichtzielorganismen feststellen.
www.allianz.info-agrarportal.de
Globale Ertragsverbesserungen Die weltweit verfügbaren Ackerflächen sind begrenzt. Ertragreichere Sorten sind wichtig, um langfristig die globalen Ernteerträge auszuweiten. Ebenso wichtig ist es, die vorhandenen Ertragspotenziale auszuschöpfen und zu diesem Zweck Feldfrüchte gegen Schädlingsbefall, Krankheiten und Klimastress zu schützen. Heute verfügbare GV-Sorten für Mais, Soja, Raps und Baumwolle leisten hierfür einen wichtigen Beitrag. Sie schützen gegen Insektenbefall, erleichtern die Unkrautkontrolle und liefern in vielen Fällen deutlich höhere Erträge als konventionelle Kulturen. Indische Bauern konnten mit Bt-Baumwolle durchschnittlich etwa 30 Prozent höhere Erträge erzielen. Gleichzeitig verzeichneten sie einen um 39 Prozent niedrigeren Einsatz von Pflanzenschutzmittel. In China und den USA beträgt der Ertragsvorteil annähernd 10 Prozent. Mit insektenresistentem Mais erzielten Landwirte Ertragssteigerungen von 5 Prozent (USA, Kanada) bis 24 Prozent (Philippinen). Die Ernteerträge herbizidtoleranter Sojabohnen sind in der Regel vergleichbar mit konventionellen Sorten. In einzelnen Ländern (Mexiko, Rumänien) lagen sie mit 9 und 31 Prozent deutlich darüber. Weitere De-facto-Ertragszuwächse sind in Argentinien und in Teilen Paraguays evident, wo der GV-Sojaanbau mitunter zwei Ernten pro Jahr ermöglicht. Mehrere Forscherteams arbeiten an der Entwicklung unterschiedlicher GV-Kulturen mit erhöhter Widerstandskraft gegen Trockenheit, Hitze oder Kälte. Die ersten trockenheitstoleranten Maissorten werden voraussichtlich 2012 in den USA auf den Markt kommen. In Feldversuchen brachten sie Ertragsvorteile von 8 bis 10 Prozent. Neue GV-Pflanzen mit direkten Ertragsvorteilen sind in ihrer Entwicklung ebenfalls weit fortgeschritten.
www.isaaa.org/resources/publications/briefs/39/executivesummary/default.html
Schutz der Arten- und Sortenvielfalt Auf Ackerflächen mit GV-Kulturen und in ihrer Nähe gibt es im Vergleich zu konventioneller Landwirtschaft keine Veränderungen der Artenvielfalt. Die Pflanzenbiotechnologie trägt wegen der Ertragsverbesserungen vielmehr dazu bei, die landwirtschaftlich genutzten Flächen zu begrenzen und damit Rückzugsräume für Tiere und Wildpflanzen zu erhalten. Die Vielfalt im Sortiment von Nutzpflanzensorten wird durch die Agrarbiotechnologie nicht beeinträchtigt. Züchter kreuzen die GV-Pflanzenlinien jeweils in ein breites Spektrum lokal angepasster Sorten ein. Dies geschieht im eigenen Interesse, um die Vielfalt an geeigneten Sorten für unterschiedliche Anbaubedingungen langfristig zu erhalten.
News GV-Pflanzen wachsen auf 125 Millionen Hektar Im vergangenen Jahr kultivierten 13,3 Millionen Landwirte in 25 Ländern auf insgesamt 125 Millionen Hektar GV-Pflanzen. Die Fläche wuchs laut der internationalen Agrobiotechnologie-Agentur ISAAA gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent. Die größten Anbauflächen gibt es in den USA, Argentinien, Brasilien, Indien, Kanada, China, Paraguay und Südafrika. Erstmals wuchsen 2008 GV-Kulturen auch in Burkina Faso, Ägypten und Bolivien. Bei den Pflanzenarten dominieren nach wie vor Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps. Neu hinzu gekommen sind herbizidtolerante Zuckerrüben. Auf geringeren Flächen wuchsen gentechnisch veränderte Papaya, Nelken, Luzerne, Kürbisse und Pappeln.
www.isaaa.org/resources/publications/briefs/39/pressrelease/
Bundesregierung fördert Forschung an Mikroorganismen Im Rahmen der seit 2001 vom BMBF unterstützten Forschung an Mikroorganismen können Unternehmen noch bis 15. Juli 2009 Fördermittel für Einzel- oder Verbundvorhaben beantragen, in denen F&E-Projekte zur konkreten Produkt- oder Verfahrensentwicklung mittels Mikroorganismen bearbeitet werden sollen. Weitere Informationen gibt es beim BMBF oder direkt beim Projektträger, dem Forschungszentrum Jülich, Dr. Christoph Wennemann,
www.bmbf.de/foerderungen/13117.php
Soja-Genom entschlüsselt Wissenschaftler des Genetik-Instituts des US-Energieministeriums präsentierten im Dezember 2008 im Rahmen einer Konferenz zur Genetik der Hülsenfrüchte das vollständige Sojagenom. Das Sequenzierungsprojekt dauerte drei Jahre und kostete etwa 14 Millionen Euro. Soja ist damit nach Reis die zweite wichtige Nutzpflanze, deren Genom entschlüsselt vorliegt. Die Sequenzierungen von Mais und Weizen stehen noch aus.
Termine 16.-18. März 2009 BIO-Europe Spring 2009, Mailand
17.-19. März 2009 Biotechnica America, New York www.interphex.com/en/Co-Located-Events/Biotechnica-America/
18.-19. März 2009 Forum Life Science 2009, Internationaler Kongress und Ausstellung, TU München / Garching www.bayern-innovativ.de/fls2009/biotechnology
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||