Suche
Willkommen bei der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)  
 Home
   Europa Bio   Impressum   Kontakt  
 

Downloads  Downloads

  

ausdrucken  Druckansicht

BIO 2008
International Biotechnology Meeting & Exhibition
San Diego, USA vom 17. – 20. Juni 2008

Frankfurt am Main, im August 2008

 

Bericht zur offiziellen deutschen Firmengemeinschaftsausstellung erstellt vom Informanten: Dr. Hans-Jürgen Klockner

 

 

1. Die wirtschaftliche Nutzung der Biotechnologie

Die Industrie nutzt Biotechnologie und Gentechnik für die Herstellung wirksamerer und nebenwirkungsärmerer Arzneimittel und Diagnostika, qualitativ verbesserter und ertrag­reicherer Pflanzensorten sowie für neue und umweltverträglichere Produkte und Ver­fahren. Im Jahr 2007 betrug der weltweite Pharmaumsatz nach vorläufigen Schät­zungen rund 710 Milliarden Dollar. Davon entfielen 10 % auf Arzneimittel mit biotech­nologisch gewonnenen Wirkstoffen. Die weltweite Anbaufläche von gentechnisch veränderten Pflanzen lag 2007 bei rund 114 Millionen Hektar.

 

Eine große Rolle bei der Entwicklung neuer biotechnologischer Produkte und Verfah­ren spielen die Biotech-Unternehmen. Dies sind kleine bis mittelständische Unter­nehmen mit einem hohen Wissenschaftleranteil und mit Forschungsaufwendungen, die oft mehr als 50 % des Unternehmensaufwandes betragen. Die Mehrzahl der Biotech-Unternehmen hat sich im Prozess des Technologietransfers zwischen der Wissen­schaft und den großen "Life Science"-Konzernen positioniert. Der kumulierte Umsatz der weltweit rund 4.400 Biotech-Unternehmen beläuft sich nach Angaben des Consul­ting-Unternehmens Ernst&Young auf rund 85 Milliarden US-$.

 

 

2. Allgemeines zu den BIO-Messen/-Kongressen

Die BIO-Messen/-Kongresse finden jährlich statt. Als Veranstaltungsorte werden größere Städte der USA und Kanadas gewählt. Veranstalter ist die "Biotechnology Industry Organization" (BIO), ein US-amerikanischer Wirtschaftsverband mit Sitz in Washington, D. C. (www.bio.org). Mitglieder von BIO sind über 1.100 amerikanische Biotechnologieunternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Gründungszentren in der Biotechnologie sowie eine Reihe von ausländischen Unternehmen und Organisationen.

 

Die Besucher- und Ausstellerzahlen der BIO-Messen/-Kongresse stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an. Dies zeugt von der stürmischen Entwicklung der Kommerzialisierung der Biotechnologie weltweit.

 

Jahr

Ort

Messebesucher

Aussteller

Deutsche Aussteller
(insgesamt)

1999

Seattle

5.700

450

60

2000

Boston

10.300

800

107

2001

San Diego

13.700

800

126

2002

Toronto

15.700

1.060

136

2003

Washington D. C.

16.300

1.270

94

2004

San Francisco

17.000

1.470

112

2005

Philadelphia

18.000

1.525

88

2006

Chicago

19.500

1.700

96

2007

Boston

23.000

2.310

120

2008

San Diego

20.100

(aus 70 Staaten)

2.100

110

Die Besucher der BIO-Messen sind ausschließlich Fachbesucher, im Wesentlichen Kooperationspartner im Kunden- und Zuliefererbereich sowie Dienstleister (z. B. für Produktzulassung, Patentanmeldung und Unternehmensfinanzierung).

 

Der Veranstalter BIO führte im Rahmen der BIO 2008 ein mehrtägiges Partnering("Business-Forum") mit fast 15.000 "one-on-one"-Meetings von 1.500 Biotech-Unternehmen mit potenziellen Kooperationspartnern und Investoren durch. Daran nahmen viele deutsche Biotech-Unternehmen teil, die übereinstimmend der Nutzen dieses Partnering-Moduls der BIO betonten.

 

Da die biotechnische Industrie eine typische High-Tech-Industrie ist, sind die Veran­staltungen der BIO durch eine enge Verwobenheit zwischen einem Messeteil und einem Kongressteil gekennzeichnet. Im Kongressteil der BIO 2008 wurden in 175 Sessions Vorträge mit wissenschaftlichem, wirtschaftlichem oder politikbezogenem Bezug gehalten. Die Vorträge wurden zu folgenden Schwerpunkthemen zusammen­gefasst:

 

-Bench to Products

-Bioethics

-Biomarkers

-Business Development

-Biosecurity

-Clinical Research/Clinical Trials

-Devices and Predictive Diagnostics

-Doing Business Globally

-Drug Discovery and Development

-Emerging Company Issues

-Finance

-Food and Agriculture

-Global Health

-Growing the Biotech Workforce

-Industrial and Environment

-Intellectual Property/Legal

-International Case Studies

-Manufacturing

-Policy

-Public Relations/Investor Relations

-Regenerative Medicine

-Regulatory

-Technology Transfer/Licensing

 

Die Termine der nächsten BIO-Messen/-Kongresse sind:

 

17. – 20. Mai 2009 in Atlanta, USA

2. – 5. Mai 2010 in Chicago, USA

26. – 29. Juni 2011 in Washington, DC, USA

 

 

3. Der Messeteil der BIO 2008

3.1 Aussteller und Besucher

Auf der BIO 2008 waren 2.100 Aussteller aus rund 40 Staaten vertreten. Die Ausstellungs­fläche war nahezu ausgebucht. Alle fachlichen Schwerpunkte der Biotechnologie waren vertreten. Die Aussteller waren in der Reihenfolge der Häufigkeit:

 

-Forschungsintensive Biotech-Unternehmen
(bei Sitz außerhalb der USA in der Regel auf Länder-/Regionen-Pavillons; insgesamt gab es 48 Länder-/Regionen-Pavillons von außerhalb der USA)

-Regionale Entwicklungsgesellschaften

-Equipment-Zulieferer für die biotechnische Industrie

-Anwaltskanzleien und Consultants aus den verschiedensten Bereichen

 

Die Aussteller aus den USA und Kanada traten als Einzelaussteller oder auf Bundes­staatenebene auf. Die Aussteller aus Übersee präsentierten sich nahezu ausschließlich auf Staatenebene.

 

Rund 20.000 Fachbesucher aus 70 Staaten nahmen an der BIO 2008 teil. Bei der Besucheraufteilung nach den Herkunftsländern lag Deutschland nach USA und Kanada an dritter Stelle.

 

 

3.2 Deutsche Aussteller-Beteiligung

Im Rahmen des Auslandsmesseprogramms der Bundesrepublik Deutschland gab es bei der BIO 2008 das zehnte Mal eine vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte deutsche Firmengemeinschaftsausstellung.

 

Durchführungsgesellschaft war das zweite Mal die FAIRS – Messe Marketing Manage­ment GmbH aus Nürnberg. Die deutschen Aussteller auf der BIO 2008 haben den Service der FAIRS nach Abschluss der Veranstaltung ausgesprochen gelobt.

 

Die deutsche Präsenz auf der BIO 2008 betrug 101 Aussteller auf dem 540 m² großen deutschen Gemeinschaftsstand sowie einige Einzelaussteller. Der Themenschwer­punkt der ausstellenden deutschen Biotechnologieunternehmen lag im medizinischen und diagnostischen Bereich sowie in Plattformtechnologien. Nach den USA kam Deutschland – wie bereits in den letzten acht Jahren – wieder auf Platz 2 im "Länder­ranking" der Aussteller.

 

88 % der deutschen Aussteller waren schon auf einer früheren BIO-Messe präsent und wollten im weltweit führenden Markt USA die Kontinuität und den Fortschritt ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten demonstrieren; 12 % der Aussteller nahmen das erste Mal an einer BIO-Messe teil. Gut 60 % der deutschen Aussteller hatten den amerikanischen Markt schon vor der Beteiligung an der BIO 2008 bearbeitet. Die deut­schen Aussteller waren zu 94 % durch ihre deutschen Stammhäuser vertreten, der Rest durch Niederlassungen in den USA.

 

59 % der deutschen Aussteller gaben die BIO 2008als einzige bzw. wichtigste Messe, an der sie im laufenden Jahr teilnehmen, an. Für den Rest der Aussteller (41 %) ist die BIO 2008eine von mehreren Messen, auf der sie sich 2008 präsentieren. 73 % der deutschen Aussteller erklärten, dass sie ohne die amtliche Beteiligung der Bundes­republik Deutschland nicht an der BIO 2008 teilgenommen hätten.

 

Betreut wurde der Info-Point neben dem vom VCI gestellten Informanten u. a. von Vertretern des Forschungszentrums Jülich (für das BMBF) sowie von Invest-in-Germany, der Außenhandelskammer und der Bundesagentur für Außenwirtschaft.

 

Von politischer Seite wurde der deutsche Gemeinschaftsstand von Wirtschaftsminister Junghanns (Brandenburg), Wirtschaftsministerin Müller (Bayern) und Wirtschafts-Staatssekretär Werren (Niedersachsen) besucht.

 

 

3.3 Darstellung der Leistungsfähigkeit Deutschlands: „Invest in Germany“, "German Night "

 

Am 18. Juni fand im Rahmen des Kongressprogramms die von Invest-in-Germany organisierte Session „Biomanufacturing Solutions: Case Studies from Germany“ statt.

 

Für den Abend des 18. Juni hatte der deutsche Generalkonsul in San Franzisco,
Dr. Christian Stocks, zu einer "German Night Reception" in das Restaurant Jimmy Love’s eingeladen, an der etwa 350 Personen teilnahmen. Die Eröffnungsrede dieses sehr erfolgreichen "Networking Events" wurde vom brandenburgischen Wirtschafts­minister Junghanns gehalten. Als recht attraktiv und für den Erfolg des Abends nützlich erwies sich die den ganzen Abend spielende Jazz-Band.

 

 

3.4 Messeerfolg aus Sicht der deutschen Aussteller

 

Die Zahl und die Qualität der Fachbesucher wurden von jeweils zwei Drittel der deut­schen Aussteller als "gut" beurteilt (siehe folgende Tabelle). Die Fachbesucher des deutschen Gemeinschaftsstandes kamen aus allen Ländern der Welt, was dem Charakter der BIO als Welt-Leitmesse entspricht.

 

 

gut

mittel

schlecht

Zahl der Fachbesucher

70 %

24 %

6 %

Qualität der Fachbesucher

72 %

22 %

6 %

 

Die von den deutschen Ausstellern mit der Messebeteiligung verfolgten Ziele und ihre Erreichung zeigt die folgende Tabelle (in Klammern die Werte der BIO 2007). Viele Geschäftskontakte sind mittlerweile etabliert und die nachhaltige Kundenpflege gewinnt an Bedeutung. Der Erfolg bei der Anbahnung von Kooperationen und der Lizenz­vergabe nahm im Vergleich zum Vorjahr wieder zu.

 

Ziele der
deutschen Aussteller

Ziel angestrebt

 

Ziel erreicht

 

 

 

ja

teilweise

nein

Kundenwerbung,

Kontaktpflege

91% (95%)

75% (83%)

21% (15%)

4% (2%)

Marktbeobachtung

67% (87%)

75% (83%)

25% (17%)

0% (0%)

Imagewerbung

76% (73%)

63% (75%)

30% (25%)

7% (0%)

Vertretersuche

55% (24%)

33% (31%)

11% (23%)

56% (46%)

Einführung von Produkten und Leistungen

39% (42%)

38% (35%)

62% (52%)

0% (12%)

Kooperation,

Lizenzvergabe

30% (40%)

38% (27%)

56% (55%)

6% (18%)

Vertragsabschlüsse,

Auftragserteilung

24% (44%)

25% (21%)

13% (42%)

62% (37%)

 


Die Erwartung eines guten Nachmessegeschäftes lag mit 63 % auf Vorjahresniveau (siehe folgende Tabelle, in Klammern die Werte der BIO 2007).

 

 

gut

gering

aussichtslos

noch keine

Beurteilung
möglich

Möglichkeit des Nachmessegeschäftes

63% (62%)

19% (14%)

3% (0%)

15% (24%)

 

 

Die meisten deutschen Unternehmen waren mit ihrem Messeauftritt sehr zufrieden und gehen von einer Teilnahme auch an der BIO 2009aus (siehe folgende Tabelle). Drei Viertel der Aussteller auf dem deutschen Gemeinschaftsstand haben sich bereits jetzt vorgenommen, auf der BIO 2009 wieder präsent zu sein.

 

 

ja

nein

noch offen

Beteiligung an der BIO 2009

73 %

6 %

21 %

 

 

4.        Schlussfolgerungen für die BIO 2009

Bereits bewilligt ist die Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) für die BIO 2009 vom 17.-20. Mai 2009 in Atlanta im Rahmen des Auslandsmesse­programms der Bundesrepublik Deutschland. Bei der BIO wurden für 2009 bereits
630 m² reserviert, das sind etwa 10 % mehr als 2008. Aufgrund der Diskussionen mit den deutschen Ausstellern zum Ablauf der BIO 2008 können folgende Anregungen für die BIO 2009 gegeben werden:

 

·Das Standdesign kam bei Ausstellern und Messebesuchern gut an und sollte für die BIO 2009 grundsätzlich beibehalten werden. Allerdings sollte der deutsche Pavillon wieder offener werden (Zurückführen von Zwischenwänden) und die Mindestgröße für einen Einzelstand 3 m³ betragen.

 

·Die "German Night-Reception" auf der BIO 2009 sollte wieder interessant gestaltet werden und eine Band einschließen. Hierfür sollten als messebegleitende Maß­nahme ausreichende Mittel im Rahmen der Auslandsmesseförderung bereitgestellt werden.

 

·Das Bundeswirtschaftsministerium sollte auf der BIO 2009 auf Leitungsebene ver­treten sein.

 

 

 

 


 
Folgende Informationen können Sie herunterladen:

 
Link zum Download
 Typ   Größe   Vers   Programm 
 
BIO 2008 vom 17.-20. Juni 2008 in San Diego - Bericht der DIB
 pdf  572  KB      
Print out  Druckansicht    Nach oben  top